//Zarah Annabelle Scheiderer

//CONTACT: ZARAHBELLE@GMX.DE
//INSTAGRAM
//Gärten der Existenzen


“Hotel Home 3”, 2020, Installation mit Gemälde (“Schwäne bei Nacht”, 2019, Öl und Acryl auf Holz 160x110cm) 


Gebückt von der Leichtigkeit der Liebenden trägst Du Deinen leeren, mit Sternen bestickten Mantel. Das Ewige kennt keine Jugend, die Vergänglichkeit trägt ihre Schönheit im Vergangenen. Die feuchte Luft lässt die satt grünen Blätter beben. Zitternd vor der Augenblicklichkeit des Lebens, geweiht dem Vergangenem, dem Kommenden. Gebeine tief unter der feuchten Erde- Elfenbein trifft sattestes Braun. Aus Wurzeln werden Adern, werden Finger. Finger die schreiben, die den Pinsel halten bis er glüht. Finger die Dich liebkosen, mich liebkosen- die neue Kreise ziehen auf Deiner unschuldigen Haut. Der See. Ist er am tiefsten dort wo er den Himmel spiegelt, dort wo blau zu schwarz wird und schwarz zu Schwan? Roter Glanz. Feuchtes blühendes neben Welkendem. Welkendes sprießt. Der Duft Eurer Haare auf Glas. Spuren der Wildnis konserviert. Konserviertes frei sein, Sicherheit in der freien Konservierung. Visionäre der lebenserhaltenden Maßnahmen. Wo fange ich an aufzuhören. Kaum brauche ich Dein Schweigen fliegen alle Tauben aufs Meer. Nüchterne Beobachtung meiner selbst, Dokumentation. Ergriffen vom Schicksal Anderer esst ihr gesalzene Nüsse aus goldenen Tüten und hofft auf Euer Glück und auf das Eurer Geliebten. Die kämpfenden Wilden am blauen Himmel. Fell, zerfetzt, fliegend. Genesung der Genesis. Erkannt und verfolgt ohne je geboren zu werden, schwebend in der glitzernden Warteschlange inmitten des Urwaldes. Vermeintlich leere Hüllen, gefüllt mit Antileere. Erbarmungsloser Speichel in den trockenen Mundwinkeln. Daseinsberechtigungsfragen lösen Deine kargen Gedanken von Deiner Kopfhaut- Phthalogrün auf fleischfarbener Substanz.


Links oben: “Lilie” 2019, Öl auf Holz,100x150cm / Rechts oben: “Melody, Hotel Home” / Links halb-oben: “Damals Wolf”, 2019, Öl auf Holz, 110x150cm / Mitte links: “Aesculap”, 2018, Öl auf Holz, 110x150cm / Mitte: “Symbiose”, 2019, Öl auf Holz, 90x140cm / Mitte rechts: “Form und Materie”, 2018, Öl auf Holz, 49,5x140cm / Links unten: “Ei und Asche”, 2018, Öl auf Holz, 94x110cm / Rechts unten: “Prothese”, 2019, Öl auf Holz, 110x110cm

//Zarah Annabelle Scheiderer

Geboren 17.01.1995 / Studierende an der hochschule für gestaltung offenbach

Ihre künstlerische Arbeit manifestiert die Intensität des subjektiv Wahrgenommenen in
verschiedenen Formen. Für sie bedeutet das eine stetige Auseinandersetzung mit dem Moment- dessen Entstehung und dessen Vergänglichkeit. Diese Auseinandersetzung geschieht in ihrer Arbeit größtenteils durch die Malerei, wobei der Malprozess selbst für sie im Mittelpunkt steht. Die Gemälde sind in diesem Sinne Relikte dieses Prozesses. Das Arbeitsumfeld, indem der Malprozess stattfindet nimmt starken Einfluss auf das Entstehende- sowohl sie als auch das Gemälde werden zur Erweiterung des Umfeldes, das Gemälde wird zur Erweiterung ihrer selbst.


Links: Ausschnitt “Plastic Jungle”, 2020, Öl auf Leinwand, 77x77cm / Mitte (oben): “Amethyst”, 2017, Acryl auf Leinwand, 60x80cm / Mitte (unten): “Fleisch, tanzend”, 2016, Acryl auf Holz, 70x105cm / Rechts:  “Karnivor”, Öl auf Leinwand, 2020, 77x77cm


An dieser Stelle spielt für sie der ästhetische Wert der Atelierkulisse eine entscheidende Rolle, welchen sie sich selbst durch installative Vorarbeit erschaffe. Es ist praktisch eine Art Bühne die vorbereitet wird, damit der Mal-Akt vollzogen werden kann- der Mal-Akt wird zum performativen Element. In diesem Kontext erforscht sie für sich auch den Übergang von Dekoration zu Installation, und den Übergang vom sakralem zum profanen Wert eines Raumes. Es ist spannend für sie herauszufinden, wie sich das Malerische in den Raum bewegt und gar lebendig werden kann. Auch die Inszenierung ihrer selbst, als Vermittlerin zwischen Gemälde und Umfeld, sieht sie als Teil ihrer kreativen Arbeit an- die Annäherung bzw. Eingliederung in den erschaffenen Raum und eine Suche nach der eigenen Identität als Teil des Werkes.



Sie sieht ebenfalls Video-, Foto-, Text- und Installationsarbeiten als Teil des Malprozesses an; sowohl als Ursprung, als auch als Erweiterung dessen. Inhaltlich und technisch beschäftigt sich ihre Malerei mit dem Spannungsfeld zwischen Oberfläche und Tiefe, Wildem und Domestiziertem, Ekel und Grazie, Vergänglichem und Vergangenem. Wie zu Beginn schon erwähnt, ist der Malprozess selbst auch eine Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit des Momentes; doch auch inhaltlich greift sie in ihren Arbeiten materiell-organische Transformation auf, welche ja auch in einem gewissen Kontext zu zeitlichen Gesetzmäßigkeiten steht. Sie versucht mit ihrer Malerei verschiedenste Beschaffenheiten der materiellen Existenz für sich zu ergründen und dadurch die Komplexität, sowie die Banalität der Schönheit zu erforschen. Ihre Werke entwickeln sich aus sich selbst heraus, die einzelnen Elemente transformieren sich im Laufe des Entstehungsprozesses miteinander und hin zu einander und werden so zu einer Einheit.


Links oben: “Hotel Home 1”  2019, Installation mit Videoarbeit “My name is Melody” / Rechts oben: “Hotel Home 2” / Rechts mitte: “Hotel Home 2” / Links unten: “Holy Everything”,  2017, Installation mit Cola, Milch, Gin, Wasser, Kunstblut / Rechts unten: “Hotel Home 3, Gebisse”


//Contact us for more INformation:
Culture.ROom.Artists@gmail.com